Taschengeldbörse kommt gut an

Für Arbeiten können Jugendliche in Mötzingen Geld verdienen. Foto: © Horticulture/Fotolia.com/Weigel

Mötzingen - Seit mehr als drei Monaten vermittelt die Taschengeldbörse Jugendlichen einen Nebenjob.
Bereits zehn Leute haben sich für das neue Modell angemeldet. Die bisherige Bilanz fällt von allen Seiten positiv aus.

Putzen, Einkaufen, Gartenpflege: In einem Haushalt fallen viele Tätigkeiten an und nicht immer bleibt Erwachsenen die Zeit, alles zu erledigen. Jugendliche wiederum freuen sich über ein paar Euro mehr in ihrem Geldbeutel. Vor rund drei Monaten riefen das Jugendreferat und das Bürgernetzwerk Mötzingen deshalb die Taschengeldbörse ins Leben. Das Gemeinschaftsprojekt der beiden Institutionen soll ihre beiden Zielgruppen verbinden. "Wir hatten die Idee, in Mötzingen etwas generationenübergreifendes zu starten", sagt Jugendreferent Sebastian Vogel.


Die Aufgaben müssen ungefährlich und unregelmäßig sein


Privatpersonen können beim Bürgernetzwerk oder beim Jugendreferat Mötzingen die Jobs melden, die sie anbieten möchten. Die zu verrichtenden Arbeiten müssen laut den Richtlinien einfach, ungefährlich und unregelmäßig sein.

Für die Erledigung dieser Jobs können sich Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren anmelden. Dabei kann man in einem Fragebogen angeben, welche Arbeiten man erledigen könnte. Die Koordinationsstelle kümmert sich wiederum darum, dass die passenden Kontakte hergestellt werden. Idealerweise verselbstständigt sich dieser Kontakt dann, sodass die offiziellen Wege nicht mehr nötig sind.

Insgesamt haben sich mittlerweile schon rund zehn Leute für die Taschengeldbörse angemeldet. Der Anteil an Arbeitnehmern und Arbeitgebern hält sich laut Vogel momentan noch die Waage, weshalb man die Jobs gut vermitteln könne. "Bislang hat wirklich alles top geklappt", resümiert er. Für Mötzingen sei dieses neue Modell definitiv eine Bereicherung.

Marlies Weiss suchte beispielsweise über die Taschengeldbörse nach jemandem, der ihr ab und an im Haushalt hilft. "Hauptsächlich Staubwischen, Staubsaugen oder mal das Bad putzen", erzählt sie. In den Sommerferien übernahm die 17-jährige Celina Möller den Job. "Ich war vollkommen zufrieden", resümiert Weiss im Nachhinein.

Möller hatte über ihre Mutter von der Taschengeldbörse erfahren. "Ich hab schon davor woanders einen Job gesucht, mich beworben und wurde leider abgelehnt", sagt sie. "Da habe ich gedacht, es kann ja nicht schaden, sich mal bei der Taschengeldbörse anzumelden." Die Registrierung lief schnell und unkompliziert. Nach einiger Zeit meldete sich neben Marlies Weiss auch ein älteres Ehepaar bei ihr, bei denen sie den Rasen mähen sollten.

Nun muss sich die 17-Jährige erst einmal auf das anstehende Abitur vorbereiten, viele Jobs kann sie deshalb in nächster Zeit nicht annehmen. Die Taschengeldbörse könne sie allerdings auf jeden Fall weiterempfehlen: "Das ist wirklich eine gute Gelegenheit, ein bisschen was dazu zu verdienen."

Weitere Informationen: Wer sich für die Taschengeldbörse – ob als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber – interessiert, kann sich bei Jugendreferent Sebastian Vogel, Telefon 07452/8891771, melden.

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