Café von Ehrenamtlichen für Ehrenamtliche

Heim(at)werker: Irmgard Heinze und Rita Ludewig organisieren beim Bürgernetzwerk Mötzingen regelmäßige Treffen für die Helferinnen und Helfer in der Seniorenarbeit.


2015 gründeten die Mötzinger ihr Bürgernetzwerk. Die Ziele sind bis heute unverändert: Senioren im Alltag zu entlasten, aber auch für junge und jung gebliebene Mötzinger abwechslungsreiche Veranstaltungen und Angebote auf die Beine zu stellen. Eine Säule des Bürgernetzwerks ist die Nachbarschaftshilfe. Hier kümmern sich ehrenamtliche Mitarbeiter, überwiegend jedoch Mitarbeiterinnen, darum, dass es Mötzinger Senioren zu Hause gut geht. Gemeinsam gehen sie einkaufen oder spazieren, sind Gesprächspartner, begleiten die älteren Menschen zu Ärzten, halten Ordnung in der Wohnung und bereiten gemeinsam das Essen zu. Zwischen 30 und 40 Ehrenamtliche sind so Tag für Tag im Ort unterwegs, um rund 50 hilfsbedürftigen Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags zu helfen. Rund 4000 Stunden kamen im vergangen Jahr zusammen. Keine Selbstverständlichkeit, aber eine wichtige und wertvolle Aufgabe für die Gesellschaft. Im Durchschnitt sind es 15 bis 20 Stunden ehrenamtliche Arbeit, die die

Helfer leisten.


Nicht immer läuft alles reibungslos


Aber wo Menschen zusammentreffen, läuft nicht immer alles reibungslos. Und für die ehrenamtlichen Helfer, die beruflich andere Hintergründe haben, ist nicht jede Situation sofort erklärbar, ist nicht jede Alltagshürde einfach zu handeln. Probleme mit sich herumzutragen und schweigend zu ertragen, ist nie richtige Lösung. In Mötzingen fand deshalb im September 2015 das erste Netzwerkcafé im alten Rathaus statt. Ein Podium, wo sich die ehrenamtlichen Helfer treffen, um zusammenzusitzen, sich auszutauschen und über ihre Erfahrungen sprechen. Regelmäßig werden Referenten eingeladen, die zum Beispiel über Demenz, Sucht im Alter oder Ernährung sprechen. Die häufigsten Probleme sind, dass es auch Klienten gibt, die ihre Helfer übermäßig beanspruchen oder die Wohnung oder das Haus nicht sauber sind und ein Großputz fällig wäre, der jedoch nicht zu Aufgaben der Ehrenamtlichen gehört.


Irmgard Heinze und Rita Ludewig organisieren von Beginn an das Netzwerkcafé, natürlich ebenfalls ehrenamtlich. Beide engagieren sich seit der Gründung beim Bürgernetzwerkes, Irmgard Heinze ist Teil der Vorstandschaft, Rita Ludewig sitzt im Beirat. Die Corona-Pandemie sorgte für eine lange Pause des Netzwerkcafés. Es zwischendrin wieder aufleben zu lassen, war allen Beteiligten zu riskant, jeder wollte eine Infektionswelle bei einem Treffen vermeiden. Ende Mai fand jetzt das erste Treffen seit gut zwei Jahren statt. „In dieser Zeit haben wir bei unseren Helfern immer wieder nachgefragt, ob es etwas gibt. Und wenn es notwendig war, haben wir uns in einer kleinen Gruppe getroffen, um ein bestimmtes Thema zu besprechen. Aber das ist natürlich nicht das Gleiche“, erklärt die 63-jährige Irmgard Heinze. Das Netzwerkcafé ist beiden so wichtig, weil sie wissen, dass es die Basis der Nachbarschaftshilfe ist, dass es den ehrenamtlichen Helfern gutgeht. „Wir möchten damit deutlich machen, dass wir das Engagement und ihre Tätigkeit wertschätzen und dass es uns wichtig ist, dass es allen dabei gutgeht. Die Basis von allem ist, dass wir gut miteinander umgehen“, verdeutlicht die 76 Jahre alte Rita Ludewig, die Patentanwältin ist. Auch von den ehrenamtlich Engagierten kam immer wieder der Wunsch, dass das Café wieder stattfinden soll.


Alle zwei Monate wird das Netzwerkcafé jetzt wieder stattfinden. Bis die Räume im Betreuungszentrum eröffnen können, findet das Treffen weiterhin im Alten Rathaus statt. Irmgard Heinze und Rita Ludewig sprechen sich im Vorfeld ab und verteilen untereinander die Aufgaben. Einkaufen ist natürlich eine Aufgabe, denn beim Café gibt es immer Kaffee und Kuchen, die Heinze und Ludewig zu Hause backen. Die Tische werden „bunt und schön, mit Blumen je nach Jahreszeit gedeckt und geschmückt. Denn uns ist es wichtig, dass die Helfer einen angenehmen Aufenthalt haben“, macht Rita Ludewig, die seit 2012 in Mötzingen lebt, deutlich. Das Kuchenbüfett wird vorbereitet und immer wieder werden Referenten gesucht und eingeladen. „Das wesentliche am Netzwerkcafé sind aber die Gespräche, sie stehen an diesem Tag im Mittelpunkt“, macht Irmgard Heinze, die Altenpflegerin von Beruf ist, deutlich.

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