Viel zu beachten im Straßenverkehr

Ehrenamtliche Schülerlotsen – hier ein Bild aus dem Jahr 2019 – sorgen für einen sicheren Schulweg der Kinder in Mötzingen / GB-Foto: Geisel

„Wir bringen die Kinder sicher zur Schule und sicher wieder nach Hause“ – das ist das Ziel der Schülerlotsen in Mötzingen. Zum fünften Mal findet die Initiative des Bürgernetzwerks dieses Jahr statt. Für September ist eine fachkundige Einführung durch die Böblinger Polizei geplant, um Schülerlotsen für das neue Schuljahr vorzubereiten.

Die Idee zu den Schülerlotsen geht ursprünglich auf die ehemalige Gemeinderätin Ursula Graf zurück.
Das damals neu gegründete Bürgernetzwerk griff den Gedanken auf und übernahm die Organisation.
In den ersten Jahren betreute Roland Zimmermann das Projekt federführend, heute übernimmt diese
Funktion Paul Gerhard Morlok.


Die Aufgabe der Schülerlotsen klingt einfach, ist aber von großer Bedeutung für die Sicherheit der Mötzinger
Grundschüler. Denn sie bringen den Schulanfängern das richtige Verhalten im Straßenverkehr
bei. Wie gehe ich richtig über die Straße? Wie verhalte ich mich am Zebrastreifen? Was muss ich auf
dem Gehweg beachten? Bei solchen Fragen gibt es viel zu beachten, wie die Schülerlotsen von der
Polizei gelernt haben.


Paul Gerhard Morlok fällt da auch gleich ein Beispiel ein: Eine Straße ohne Zebrastreifen oder sonstige
Querungshilfe darf nur überquert werden, wenn kein Auto in Sicht ist. In der Realität hielten Autofahrer
oft an, um sich freundlich zu zeigen. Das Problem: Man sieht nicht, ob hinter dem Auto vielleicht noch
etwas kommt. Da muss man den Kindern erklären, dass sie warten und den Fahrer weiterwinken sollen.
Diese Feinheiten zu vermitteln habe in Mötzingen bisher gut geklappt, findet Schülerlotse Paul.
Unterwegs aufschnappen, was die Kinder alles erlebt haben.


Für ihn ist die Tätigkeit als Schülerlotse „etwas Geniales“, das Spaß mache. „Die Freude der Kinder zu
sehen ist schon toll“, erzählt Paul Gerhard Morlok. Er hört ihnen gerne zu, wenn sie auf dem Schulweg
erzählen, was sie so erlebt haben. „Das bekommt man sonst im Alltag gar nicht mit“, meint er. Die
Schülerlotsen haben aus seiner Sicht schon einiges erreicht – mitunter, dass auch nicht mehr so viele
Kinder mit Elterntaxis zur Schule gebracht werden, sondern zu Fuß gehen dürfen.


Die Schülerlotsen stellen sich in den ersten Schulmonaten an mehreren Standorten auf, an denen die
Jungen und Mädchen auf ihrem Schulweg kritische Straßenpunkte überqueren müssen, beispielsweise
in der Ortsmitte. Morgens und mittags, also vor und nach der Schule, beziehen die Freiwilligen dort
Stellung. Zu erkennen sind sie an ihren gelben Warnwesten mit der Aufschrift „Verkehrshelfer“.
Auch 2020 ist die Aktion Schülerlotsen wieder geplant. Ob diese wie immer oder überhaupt durchgeführt
werden kann, ist allerdings noch unklar, so Schülerlotse Paul. Noch weiß man nicht, wie der Unterricht
aufgrund der Corona-Pandemie nach den Sommerferien weitergehen wird. Sollten die Kinder beispielsweise
über den ganzen Tag verteilt in Kleingruppen in die Schule und wieder nach Hause gehen, ist es
fraglich, ob den ganzen Tag Schülerlotsen zur Verfügung gestellt werden können.


Doch die Ehrenamtlichen wollen bereit sein, wenn es so weit ist. Darum sind jetzt neue Freiwillige gefragt.
Etwa 20 Personen werden als Verkehrshelfer benötigt. Keine Sorge – Vorwissen ist nicht notwendig.
Am 10. September findet eine Einweisung durch die Polizeibehörde Böblingen statt, bei der den
Schülerlotsen alles vermittelt wird, was sie wissen müssen. Der tatsächliche Dienst findet dann vom 17.
September bis zum 9. Oktober statt, immer montags bis freitags von 7.20 bis 7.45 Uhr sowie von 12.10
bis 12.30 Uhr. Vier neuralgische Stellen sind als Standorte vorgesehen. Es bleibt jedem selbst überlassen,
wann und wie viele Schichten er übernehmen möchte.


Wer sich als Schülerlotse engagieren möchte, kann sich direkt bei Paul Gerhard Morlok melden. Entweder
telefonisch unter (0 74 52) 7 64 42 oder per Mail an schuelerlotsen-moetzingen@gmx.de

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